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Zwei Wochen im Mai - ein Reisebericht

Dieses Thema im Forum 'Reiseberichte' wurde von Afon Ogwen gestartet, 5 Juni 2017.

  1. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    Ein Hallo in die Runde, und ein grosses Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass unser erster Urlaub auf Sardinien zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist.
    (Im Grunde ist das gesamte Forum beteiligt mit Beiträgen, die ich als Gast gelesen habe, auch Neulinge, die Fragen gestellt haben, die meine hätten sein können, sodass ich mich zuletzt nur auf zwei Fragen zur Aktualisierung begrenzen konnte)
    Start am Freitag, 5. Mai um 4/00 Uhr, Ziel: Lago Maggiore.
    (Andrea, gen Andi, hatte den Lago als Zwischenziel bestimmt, ich das Hotel auserwählt und gebucht)
    Die Anreise verlief ohne Stau, und so hatten wir vor dem Hotel noch Zeit, direkt am Wasser noch eine Kaffeepause einzuschieben. Wir waren eigentlich schon im Aufbruch begriffen, als zwei weitere Gäste am Nebentisch Platz nahmen, was ich, da ja mittlerweile schon in Italien, mit einem "Buena sera" begrüsste.Nach dem Erwiederungsgruss folgte die Frage: "Parlez vous francais? Or english?" und meiner Antwort: "Better english than french" haben wir uns dann doch auf eine Unterhaltung in Deutsch geeinigt, denn die beiden kamen aus Graubünden in der Schweiz.
    Aus einer erwateten Pause von vllt einer halben Stunde wurden dann zwei.
    Das ist Urlaub: Nicht auf die Uhr schauen.
    Das Hotel war o.k., ausgewählt vor allem wegen der Nähe zur A26.
    Samstag. 6. Mai
    Nach dem Frühstück noch mal Zähne putzen, Zimmer bezahlen und dann los Richtung Livorno. Schön zu fahren die Strecke, erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit um Genua, Livorno ist aber gut ausgeschildert.
    In Livorno (früher Nachmittag) schon mal den Hafen aufgesucht, die "Zeus Palace" lag schon an, wir aber waren natürlich bei weitem zu früh fürs Einchecken. Also zurück in die Stadt, Parkplatz gesucht und schlendern durch die Altstadt. Ich (wir) können die nur empfehlen und werden fürs nächste mal Zeit für Livorno mit einplanen.
    Gegen 20/00 Uhr zurück in den Hafen (geplante Abfahrt 21/30) in die Kolonne einreihen und schon kamen die Kontrolleure, checkten unser Ticket, vergaben unsere Kabinennummer und kurze Zeit später begann der Verladetreck.
    In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu regnen, und es wurde heftiger, die Einweiser vorne hatten wohl Schutz gesucht und der Treck stoppte bis unsere Kontrolleure wutschnaubend von hinten ankamen und die weitere Beladung in die Hand nahmen. Dann ging alles ziemlich schnell, aber des Wetters wegen - mittlerweile war auch Sturm aufgekommen - verzögerte sich die Ausfahrt um etwa 2 Std.
    Sonntag 7. Mai
    Und damit eben auch die Ankunft in Olbia.
    Längst waren wir aufgestanden, hatten geduscht, gefrühstückt und jetzt begrüsste uns die Insel mit srahlendem Sonnenschein und einem lauen Lüftchen. Den Salzwasserpfützen nach zu schliessen, hatte Neptun mehrere Einladungen versandt, ihn doch in seinem Reich besuchen zu kommen, wir wissen das aber nicht so genau - wir haben geschlafen.
    Das Ausschiffen ging schnell und verlief reibungslos und kurze Zeit später waren wir unterwegs in Richtung Sorso, in der Nähe hatten wir ein FH gemietet.
    Da die Schlüsselübernahme für 15/00 Uhr angesetzt war, hatten wir sehr viel Zeit auch abseits der SS127 die schmaleren und kurvigeren Strassen in den Bergen der Gallura zu erkunden, zurück auf der 127 durch das noch verschlafen erscheinende Tempio-Pausania bis vorerst nach Perfugas mit Zwischenstopp für ein zweites Frühstück.
    Dann weiter durch die Berge und über Sennori und Sorso auf die SS200 -> Castelsardo, hier an der 200 etwa 6 km von Sorso und 10 km vor Castelsardo sollte unser Verbleib für die nächsten 11 Nächte sein.

    Fortsetzung folgt........
     
    robbie-tobbie, luna sarda und Bea2 gefällt dies.
  2. corona niedda

    corona niedda Sehr aktives Mitglied

    super, bin gespannt!
     
  3. Sabina

    Sabina Sehr aktives Mitglied

    Klasse! Weiterhin einen sehr schönen Urlaub! ;)
     
  4. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    @Sabina
    Nicht vertun, der Urlaub ist leider längst zuende und der Arbeitsalltag hat mich (uns ) wieder.
    Aber nächtes Jahr garantiert wieder, die Vorbereitungen ( Ausspähen der möglichkeiten ) laufen schon.
     
  5. Sabina

    Sabina Sehr aktives Mitglied

    Oh okay!! ich hatte Juni gelesen..(.)(.)

    dann hoffe ich, dass Ihr auch jetzt noch und lange von den Erlebnissen zehren könnt! :)

    salve
    Sabine
     
  6. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    Weiter im Text.....
    (Oder wie beginnt man am Besten die Fortführung der Geschichte?)
    Wir waren also um die Mittagszeit in La Tonnara angekommen und hatten das Haus im Vorbeifahren schon entdeckt. Ein Stückchen weiter gab es eine Kaffeebar mit grossem Parkplatz davor, und da wir bis zur vereinbarten Schlüsselübergabe zur "Occupation fremden Wohneigentums" noch reichlich Zeit hatten, gönnten wir uns auch hier wieder einen Kaffee und Trainingsmaterial für die Kauleisten.
    15/00 Uhr war angesetzt, doch Piero war einiges früher da und hatte uns in der Bar entdeckt (als Tuoris waren wir bestimmt eindeutig zu erkennen und es gab nur einen PKW mit dt Kennzeichen auf dem Parkplatz)
    Also auf zum Haus, Begutachtung,Erklärungen, wo was zu finden sei, Kautionsübergabe und Schlüsselübernahme.
    Der Urlaub konnte beginnen.
    Da wir nicht wussten, ob und wo wir am Sonntagnachmittag etwas einkaufen könnten, hatten wir für diesen Abend und das nächste Frühstück noch in D vorgesorgt, alles danach sollte und wurde auf der Insel erstanden, Urlaub muss auch ein Geschmackserlebnis sein!
    Montag 8. Mai
    Zum Einkaufen lag für uns Sorso am nächsten, und für heute war eigentlich Entspannung angesagt, kurz raus zum Einkaufen,sonst eher Abhängen.
    Nun hatte ich aber dummerweise tags zuvor Andi " Sa Sardegna " geschenkt und den Reiseführer offen liegen lassen. Von Pecora nera war sie dermassen angetan, dass ich sie gerade mal zum Abendessen weglocken konnte, sie, die sonst eigentlich nur Fachliteratur liest, und auch da nur das aktuell notwendige.
    Frühstücksgespräch (Gedächnisprotokoll in verkürzter Version):
    " Du hast dich doch bestimmt ein wenig vorbereitet, an was hast du denn so gedacht?"
    " Nun ja, so ein Abwechseln von Ruhe und Action, Castelsardo, Tempio, Argentiera, also vllt morgen Castelsardo, Donnerstag Argentiera und Samstag dann Tempio."
    Im Normalfall würde dieses Muster ihren Urlaubsinteressen und Erwartungen ziemlich genau entsprechen, dieses mal aber keineswegs.
    " Komm, lass uns nach St Theresa fahren, die Küste entlang, einkaufen können wir auch unterwegs oder heute Abend noch."
    Und damit wurde aus einem geplanten Ruhetag ein Ausflugstag.
    An der Costa Paradiso wollte Andi unbedingt einen Abstecher zu einer Ferienhaussiedlung, um sich dort die Küste anzuschauen. Zugang über eine schmale Strasse. Als Fahrer hatte ich dann im Rückspiegel drei Motorbiker aus A, denen ich mit Ausweichen den Weg freigemacht habe - gegenseitige Rücksichtnahme sollte, wenn möglich, immer sein. In der Feriensiedlung sind wir uns dann noch zweimal begegnet, immer grüssend, und später nochmal irgendwo anders und wir haben uns wiedererkannt und natürlich gegrüsst.
    Die Siedlung: adrett, aber nicht mehr. Kein Ort zur Wiederkehr.
    St Theresa gibt sich Mühe, im Rahmen seiner Möglichkeiten, sich herauszuputzen um sich als Urlaubsort anzupreisen.Eigentlich kein Grund, noch einmal zu kommen. Aber: Wenn es passt, werde ich wiederkommen wegen einer Zufallsentdeckung.
    Wie üblich platzieren wir uns für die Kaffeepause, Andi in der Sonne, ich im Schatten (oder zumindest Halbschatten) und erst beim zweiten Hinsehen entdecke ich, dass die Eingangstür zur Bar ( wohl zur Einbruchsicherung ) zwei schmiedeeiserne Flügel hat, die aber sind auch Kunstwerke, nicht einfach 08/15. Desgleichen etwa 30 Meter weiter an einem andern Haus, wieder Unikate in Eisen.
    Mein Interesse: Gibt es mehr davon im Ort? Grund genug jedenfalls, noch einmal zu kommen.

    Fortsetzung folgt
     
  7. robbie-tobbie

    robbie-tobbie Aktives Mitglied

    Sehr schoen lebendig geschriebener Bericht - freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! Bis hierhin erstmal vielen Dank :)
     
  8. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    Immer noch St Teresa, immer noch Montag, 8. Mai
    Der Tag hielt noch zwei Überraschungen für uns bereit: Da war zum Einen die Uhr im Auto, der Tag hat uns die Zeit vergessen lassen, die Costa smeralda ein ander mal.
    Und da war die Rückfahrt durch die Berge, natürlich eine andere Strecke als hin. Wir schwingen also im Auto durch die Kurven, entdecken immer neue Perspektiven auf das Land und auf die Berge, nach jeder Kurve ein anderer Ausblick, und dann blockiert ein Lieferwagen unsere Strassenseite, ein Mann schleppt einen Kanister zum Wagen und wir entdecken dann auch die Quelle links im Berg. Flugs rechts ran, den eigenen Kanister rausgeholt und aufgefüllt.
    Uch wenn wir in jedem Ort, durch den wir kamen, Ausschau gehalten haben nach einer "panificio", wir waren erfolglos und mussten den Einkauf dann doch in Sorso im Eurospin erledigen, den eizigen Laden, den wir bis dato kannten.Nicht empfehlenswert! Aber besser, als garnichts zum Frühstück zu haben (und darauf haben wir uns auch beschränkt).
    Dienstag 9. Mai
    Für heute war Castelsardo angedacht, und weil es passte, vorher noch nach St Maria Coghinas, nicht der Quellen wegen, sondern wegen der Töpferi. Auf dem Weg dorhin, am Ortseingang eine Tankstelle, die Pferdchen unter der Haube hatten Durst, Und obwohl ich den Unterschied zwischen "caldo" und "freddo" sehr wohl kenne, machte es Spass, mit dem Tankwart damit zu frozzeln, und er ging darauf ein, beiderseitiger Spass eingeschlossen.
    Die Töpferei haben wir erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, Besuch auf jeden Fall lohnenswert. Überraschend waren die Preise, für die kleineren Teile hätte ich auch den doppelten Preis bezahlt, für die grösseren immer noch das Anderthalbfache ohne zu diskutieren.
    Schon hier umfangreich eingedeckt, ging es dann nach Castelsardo, Parkplatz direkt unter der Altstadt, treppauf erst einmal zum Kastell. Je 3,- € Eintritt sind extrem günstig für das Gebotene. Von oben einen herrlichen Ausblick über das Meer einerseits, über das Land andererseits und in den Räumen darunter das Museum zur Flechtkunst. Absolut lohnenswert!
    In der Altstadt die Läden mit Flechtwerkangebot. Wir haben uns die Technik erklären lassen (mehr durch Zeigen, denn durchs Wort - keiner von uns kann italienisch), auch hier haben wir gekauft, und auch hier war ich wieder von den Preisen überrascht und habe mich gefragt, wie die Leute mit dieser Kalkulation leben können.
    Auch wenn hier immer von "Flechtkunst" gesprochen und geschrieben wird, ich persönlich war fasziniert von der Dekorationskunst in den Flechtwerken, also genau zu wissen, wo genau wieviel "Farbband" eingewickelt wird, um daraus ein in sich stimmiges Ganzes zu erhalten.
    Ein sehr gutes Beispiel dafür findet sich oben im Museum, das aber sollte jeder für sich entdecken.

    Fortsetzung folgt
     
    robbie-tobbie gefällt dies.
  9. Sabina

    Sabina Sehr aktives Mitglied

    ...klasse, dass mal Jemand Santa Teresa nicht hübsch oder ähnl. findet... dann werden es hoffentlich auch in Zukunft nicht mehr Besucher! der Strand ist eh voll genug....;)(.)(.)

    Dennoch, guter Bericht von Euch... mit netten Details!
     
  10. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    Und es geht weiter
    Mittwoch 10. Mai
    Argentiera, kleiner Ort an der Westküste mit Kaffee-Bar und Strand, also Planschen und Sonne-Tanken möglich. Zu bedenken gilt, dass die Sonne erst ihren Scheinwerfer um die Berge herumtragen muss, ideal also für Morgenmuffel.
    Etwas weiter nördlich noch ein kleiner Strand, nicht wirklich erwähnenswert, aber hier beginnt auch der "Sentiero Costiere Nurra" , für uns im Mai mit leichtem auflandigen Wind begehbar, jedoch weit und breit kein Schattenspender in Sicht, im Hochsommer also würde ich wegbleiben.
    Unser eigentliches Ziel war aber sowieso eine Rundfahrt durch die Nurra.
    Wiesen nach der Heuernte und Äcker. Am Strassenrand ein grünes Band mit gelben und weissen Punkten, vereinzelt aufragende rote Punkte, Klatschmohn. Auch auf den Rainen. Und es gab Kornfelder von Mohn durchsetzt. Brot aus diesem Korn würde ich bedenkenlos essen, beweist der Mohn doch, dass diese Äcker nie einen Tropfen absichtlichen Chemieeintrages gesehen haben.
    Da waren aber auch die Äcker voller Disteln, Brachland oder Nutzland? Denkt man an Distelöl, können diese sehr wohl auch Nutzanbau sein.

    Donnerstag 11. Mai

    Eigentlich als Ruhetag angedacht, gab es am Nachmittag dann doch noch den Ausflug hoch in nördliche Gefilde.
    Andi hatte von Stintino und "La Pelosa" gelesen, und wir mussten uns also überzeugen, ob wir dort die Karibik entdecken können.
    Auffallen war schon mal, dass wir ab Porto Torres schon überall die Hinweisschilder nach Stintino hatten, trotz der Ortsgrösse. Den Weg nach Argentiera zu finden war ungleich aufwändiger.
    Über Treppenstufen hangabwärts dem Strand entgegen könnte man -vielleicht- bei den Farbspielen im Wasser an die Karibik denken, doch dieser Eindruck verfliegt, wenn man denn unten am Wasser ist. Die Farben sind um einiges blasser, und wo sind die schattenspendenden Palmen?
    Ganz sicher aber ist dieser Strand, seicht abfallend ganz besonders für Familien mit Kleinkindern geeignet, und das Wasser schien auch schon etwas wärmer zu sein also anderswo.

    Freitag 12. Mai

    Alghero, wir kommen!
    Und wir kamen. Von Norden anfahrend bis runter zum Küstenboulevard, am Strand vorbei, an der Marina, bis zur Altstadt, dann links hoch und rechts in eine Seitenstrasse mit Parkmöglichkeit, kostenfrei.
    Zu Fuss in die Altstadt, und die hat wirklich "Flair", in jedem Gässchen gab es etwas zu entdecken. Doch Vorsicht, wenn ihr mit einer Frau unterwegs seid, die, angesteckt vom Ambiente der Umgebung, ihrer Phantasie freien Lauf lässt, sich dann aber nicht sofort zu einem Kauf entscheiden kann. Daraus folgt: Erst einmal Pause in einem Strassencafe. Nach einem Doppio für mich und einem Cafe latte für Andi fiel dann die Entscheidung: Die Tasche musste es sein!
    Nun ist die Altstadt glücklicherweise nicht so gross, als dass man keinerlei Chancen hätte, den Laden wiederzufinden, doch dummerweise war die Mittagszeit angebrochen und der Laden verschlossen.
    Was also tun?
    Küstenstrasse nach Bosa! Also los, ich als Fahrer, damit Andi ihre Augen schweifen lassen konnte.
    Nun war aber das Wetter - es zog sich immer mehr zu - nicht das beste für weitschweifende Blicke, somit Planänderung: Ab durch die Berge nach Neudorf am Löwenberge ( oder wie übersetzt man das?) Runter von der Küstenstrasse nach links auf eine wunderbare Serpentinenstrasse mit Spitzkehren, schmal und mit Seitenbewuchs. Nichts für Womos wesentlich länger als PKW, auch nichts für Hochglanzenthusiasten im PKW - bei Gegenverkehr streift man unweigerlich den Seitenbewuchs- aber für mich eine der schönsten Strecken auf der Insel.
    Und in Bosa stehen Palmen, Andi hatte sie sonst überall vermisst.
    Dann aber die Küstenstrasse in der anderen Richtung komplett, zurück nach Alghero.
    Dort durfte ich dann mein erstes (und einziges) Parkticket ziehen und Andi bekam doch noch ihre Tasche, das letzte Exemplar in dieser Ausführung, wie man ihr bedeutete.
    Zuguterletzt, kurz vor unserem FH, fielen dann auch noch ein paar magersüchtige Regentropfen auf unser Auto, nicht einmal genug, um die Scheiben sauber zu waschen.

    to be continued
     
    bo-ju gefällt dies.
  11. bo-ju

    bo-ju Sehr aktives Mitglied

    Ja,gelle, Afon Ogwen, die Strasse von Alghero nach Villanovamonteleone vergisst man so leicht nicht. Manchmal, wenn man viel Glück hat, sieht man Adler von dort oben über Alghero bis hinter das Capo Caccia fliegen. LG Ju
     
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  12. Afon Ogwen

    Afon Ogwen Aktives Mitglied

    @bo-ju
    Nicht nur diese, viele andere sind auch würdig, gefahren zu werden.

    Samstag 13. Mai
    Nach den schwinsüchtigen Regentropfen vom Vortag, lachte heute der Himmel so breit, wie er nur konnte.
    Auf dem Plan stand Tempio-Pausania, von mir ausgewählt. Ich wollte unbedingt in den Laden von Anna Grindi und das Material befühlen, richtig zwischen den Fingern haben, darüberstreichen.
    Tempio begrüsste uns mit seinem Markttag, Auswahl von Früchten und Gemüse, Krimskrams und besonders viel Bekleidung im Billigbereich für die holde Weiblichkeit und für Kinder.
    ( Nachdem ich 2x von meiner Beifahrerin angemault wurde: "Da war doch einer!" - wohlgemerkt, wenn wir längst daran vorbei waren - fand ich einen schattigen Parkplatz etwas abseits des "mainstream" , und unser Erkundungsfeldzug konnte beginnen.)
    Wenn schon Markt ist, schlendert man darüber, und wenn man schon darüber schlendert, gibt es immer etwas zu entdecken.
    Hat man etwas ineressantes entdeckt, darf man es auch kaufen.
    Am Besten also, immer eine mittelgrosse Tasche dabei haben, altern. einen Rucksack!
    Zwischen den Ständen hindurch, immer einen Blick auf die dargebotenen Auslagen habend, kamen wir zur Piazza, wo uns ein Duo zweier älterer Herren, einer mit Gitarre, der andere mit Violine, mit Musik unterhielten. Ruhig einmal Platz nehmen, Kaffee trinken, und zuhören.
    Der anschliessede Bummel durch die Altstadt wurde dann doch eher zu einer zielgerichteten Suche nach dem Korkladen.
    Ich durfte das Material sehen, befühlen und war begeistert von dem, was die Frau aus Kork zu machen verstand. Noch mehr angetan war Andi, längst war ich wieder draussen, wo Holländer, Kanadier, Schweizer und Franzosen ebenso wie ich auf ihre "besseren Hälften" warten mussten, die in den umliegenden Geschäften etwas für sich entdeckt hatten.
    Schon fürchtend, dass meine Füsse Wurzeln austreiben würden, hatte ich das grosse Glück, dass eine geführte Reisegruppe im Laden anfragte, ob sie denn auch in grosser Anzahl den Ladenn betreten dürften, was Andi endlich dazu veranlasste, hinaus ins Sonnenlicht zu treten.
    Noch einige weitere Gassen durch die Altstadt, einen Imbiss zwischendurch und dann noch hinunter zur alten Wartehalle im Bahnhof.
    Die Bilder dort mögen einem die Wartezeit verkürzen, für mich wirkten sie zu düster.
    Die Altstadt von Tempio lohnt sich auf jeden Fall und lädt zum Wiederkommen ein.
    Noch eine Stippvisite bei der Quelle mit dem hochgelobten Mineralwasser, ein schöner, schattiger Ort, der zum Verweilen einlädt.
    Dann weiter nach Calangianus. Hier hatte ich eine Verabredung mit Fabrizio um 14/30 Uhr.
    // An dieser Stelle muss ich etwas Hintergrund einfügen, zum besseren Versändnis: Andi und ich haben eine gemeinsame Tochter und einen Enkel, und auch wenn wir schon seit Jahrzehnten keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen hat uns das nie entzweit. Und Andi hatte am Folgetag, Sonntag 14. Mai einen runden Geburtstag. Die Vorbereitung für unser (Tochter+ ich) geplantes Event hat ein gutes Jahr gedauert, da war die Auswahl des Ortes - Sardinien - , Andi überzeugen mit Hintergrundwissen (mein Part) und ihre Zustimmung erheischen für Ort und Zeit (Tochter), FH und Fähre organisieren und buchen (wieder mein Part) Flüge organisieren für dieses Wochenende hat mein älterer Bruder übernommen als Patenonkel unserer Tochter. Fabrizios Aufgabe war nun verabredungsgemäss "meine" Überraschungsgäste herbeizubringen. //
    -- Ganz, ganz grossen Dank an dieser Stelle nochmal an Bea, hat alles super geklappt.--
    Um diesen Termin einhalten zu können, musste ich natürlich etwas über Fabrizio erzählen, ich würde ihn übers Forum kennen und er hätte ein paar Informationen für mich und um diese Verabredung gebeten.
    Die Zeit hatte ich errechnet und Fabrizio war mit meiner Personenfracht nur etwa 5 Minuten später da. Ich musste Andi mit einem Gespräch ablenken, damit unsere Gäste unbeobachtet austeigen und sich von hinten anschleichen konnten, der Rest ist Geschichte, Einkauf für einen Grillabend, Rückfahrt zum FH, und dann wurde es ein langer Abend bis in den Geburtstag hinein......
     
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